Patientin mit klarem Blick – Vorsorge schützt die Sehkraft KI-bearbeitetes Bild

Vorsorgen

Früherkennung schützt Ihre Sehkraft – still und rechtzeitig, bevor Schäden dauerhaft werden.

Augengesundheit am Tegernsee

Sehen, bevor etwas fehlt

Viele Augenerkrankungen entwickeln sich leise. Der Grüne Star schädigt den Sehnerv oft über Jahre, ohne dass Sie etwas merken. Eine beginnende Makuladegeneration verändert das zentrale Sehen schleichend. Diabetische Netzhautveränderungen bleiben unsichtbar, bis Gefäße undicht werden oder die Stelle des schärfsten Sehens anschwillt.

Vorsorge heißt: Wir untersuchen Sehnerv, Linse, Makula und Netzhaut, bevor Alltag, Lesen oder Autofahren spürbar leiden. In Rottach-Egern verbinden wir moderne Bildgebung mit einer ruhigen, verständlichen Beratung – und sagen Ihnen klar, was jetzt sinnvoll ist und was warten kann.

01Glaukom

Grüner Star – der leise Sehnervschaden

Beim Grünen Star stirbt Nervengewebe am Sehnervenkopf ab. Häufig ist der Augeninnendruck erhöht, manchmal liegt er im statistischen Normalbereich. Das Gesichtsfeld schwindet von außen nach innen. Das Gehirn füllt die Lücken – deshalb merken Betroffene den Verlust oft erst spät.

Schemazeichnung Grüner Star: Kammerwasser fließt vom Ziliarkörper zum Kammerwinkel, der Augeninnendruck lastet auf dem Sehnervenkopf – gesunde und glaukomatöse Papille im Vergleich
Abb. 1Kammerwasser, Augeninnendruck und Sehnerv

Risiko erhöhen Alter, familiäre Belastung, hohe Kurzsichtigkeit, eine dünne Hornhaut, Kortison und bestimmte Durchblutungsfaktoren. Ab dem 40. Lebensjahr ist eine gezielte Vorsorge sinnvoll, bei Glaukom in der Familie früher und enger.

Verlorene Nervenfasern wachsen nicht nach. Was wir rechtzeitig finden, können wir in der Regel stabilisieren – mit Tropfen, SLT-Laser oder, wenn nötig, einem operativen Verfahren.

02Katarakt

Grauer Star – die Linse wird trüb

Der Graue Star ist eine Trübung der natürlichen Augenlinse. Farben verblassen, Kontraste sinken, Gegenlicht blendet, die Brille wechselt häufiger. Der Verlauf ist schleichend – viele gewöhnen sich an das milchige Bild, bis Nachtfahrten oder Lesen anstrengend werden.

Schemazeichnung Grauer Star: Bei klarer Linse bündelt sich das Licht scharf auf der Netzhaut, bei getrübter Linse streut es – das Bild wird blass und blendet
Abb. 2Klare und getrübte Linse im Vergleich

Eine Vorsorge heilt die Linse nicht. Sie zeigt aber, wie weit die Trübung fortgeschritten ist, ob andere Erkrankungen mitspielen und wann eine Operation wirklich Nutzen bringt. Tropfen oder Vitamine machen eine getrübte Linse nicht wieder klar.

Wenn der Alltag leidet, planen wir den Linsenaustausch in unserem OP-Zentrum. Wie der Eingriff abläuft und welche Kunstlinsen in Frage kommen, besprechen wir ausführlich mit Ihnen.

Mehr zur Grauer-Star-Operation
03AMD

Makula – die Stelle des schärfsten Sehens

Die Makula liegt im Zentrum der Netzhaut. Sie trägt Gesichter, Schrift und Farben. Bei der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) lagern sich Stoffwechselprodukte ab, die Sinneszellen dünnen aus – die trockene Form. Wachsen krankhafte Gefäße und tritt Flüssigkeit aus, spricht man von der feuchten Form. Dann zählt jeder Tag.

Schemazeichnung Makula: Augenhintergrund mit Makula und Sehnervenkopf sowie OCT-Schnitte einer gesunden Makula, einer trockenen AMD mit Drusen und einer feuchten AMD mit Flüssigkeit
Abb. 3Netzhautmitte im Fundus und im OCT-Schnitt

Erste Hinweise sind ein grauer Fleck in der Mitte, verzerrte Linien, plötzlich schlechteres Lesen auf einem Auge. Ein Amsler-Netz zu Hause hilft – es ersetzt die Untersuchung nicht. Die Leitlinie empfiehlt eine erste Untersuchung der Makula ab 55 Jahren; bei familiärer Belastung oder als (ehemaliger) Raucher ist eine OCT-Kontrolle besonders wertvoll.

Die trockene Form begleiten wir, die feuchte behandeln wir mit intravitrealen Injektionen. Früherkennung entscheidet, ob Sehkraft gehalten werden kann.

04Diabetische Retinopathie

Diabetes – die Netzhaut mitdenken

Erhöhter Blutzucker verändert kleine Gefäße der Netzhaut. Sie werden undicht, wuchern oder verschließen sich. Ein Makulaödem trübt das zentrale Sehen. Solange die Veränderungen in der Peripherie bleiben, kann das Sehen völlig normal sein – genau deshalb reicht „ich sehe gut“ als Kontrolle nicht.

Schemazeichnung diabetische Retinopathie: Augenhintergrund mit Mikroaneurysmen, Blutungen, harten Exsudaten, Cotton-Wool-Herden, Gefäßneubildungen und Makulaödem
Abb. 4Typische Veränderungen am Augenhintergrund

Empfohlen ist eine Netzhautuntersuchung direkt bei Diagnose eines Typ-2-Diabetes und danach in der Regel jährlich, oft mit geweiteter Pupille und OCT der Makula. Nur wenn Hausarzt oder Diabetologe ein geringes Risiko bestätigen, genügen zwei Jahre. Gute Blutzucker- und Blutdruckwerte schützen – sie ersetzen den Blick auf die Netzhaut nicht.

Zeichnen sich behandlungsbedürftige Stadien ab, stehen Laser und bei Ödem oder Blutung die IVOM zur Verfügung. Je früher wir eingreifen, desto eher bleibt Lesen und Autofahren erhalten.

05Peripherie

Netzhaut – der Rand entscheidet mit

Nicht jede Gefahr sitzt in der Mitte. Bei hoher Kurzsichtigkeit, nach Verletzungen oder in manchen Familien dünnt die periphere Netzhaut aus. Gitterdegenerationen und Löcher können eine Ablösung vorbereiten. Blitze, plötzlicher Rußregen oder ein Schatten wie ein Vorhang sind Warnzeichen – dann zählt dieselbe Nacht.

Schemazeichnung Netzhautperipherie: Netzhautriss durch Glaskörperzug, Laser-Abriegelung und Netzhautablösung sowie die Warnzeichen Lichtblitze, Rußregen und Schatten
Abb. 5Riss, Laser-Abriegelung und Ablösung

In der Vorsorge weiten wir bei Bedarf die Pupille und betrachten den Fundus bis in die Peripherie. Ein Argonlaser kann gefährdete Stellen rechtzeitig versiegeln, oft ambulant und schmerzarm.

Auch Glaskörpertrübungen („Mouches volantes“) klären wir ab: Meist harmlos, manchmal das erste Zeichen eines Risses. Wir unterscheiden das – und sagen Ihnen, wann Sie sofort kommen sollen.

06Kinderaugenheilkunde

Kinder – Sehen muss man lernen

Das kindliche Sehen reift in den ersten Lebensjahren. Bleibt ein Auge unscharf – durch Weitsichtigkeit, Stabsichtigkeit oder Schielen – schaltet das Gehirn es ab. Diese Schwachsichtigkeit (Amblyopie) lässt sich später nur noch schwer aufholen. Grauer oder Grüner Star sind im Kindesalter selten, Sehfehler und Fehlstellungen häufig.

Schemazeichnung Kinderaugen: Beide Augen fixieren ein Ziel, bei Schielen wird das Bild eines Auges unterdrückt – das Sehen entwickelt sich bis etwa zum achten Lebensjahr
Abb. 6Beidäugiges Sehen und Schwachsichtigkeit

Auffällig sind ein wanderndes Auge, Blinzeln, Kopfschiefhaltung, Nähe zum Buch, häufiges Stolpern oder schulische Schwierigkeiten beim Lesen. Eine Untersuchung ist dann keine Formalität, sondern eine Chance im richtigen Zeitfenster.

Wir prüfen Sehschärfe, Stellung, Beweglichkeit und Brechkraft – bei Bedarf mit erweiterter Pupille. Brille, Okklusion oder eine gezielte Weiterbehandlung gehören zum Spektrum der Praxis.

Rhythmus

Wann zur Vorsorge?

Wir richten uns nach den Empfehlungen der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) und des Berufsverbands der Augenärztinnen und Augenärzte (BVA). Die Übersicht gibt diese allgemeinen Empfehlungen wieder. Ihre persönliche Situation – etwa Vorbefunde, Begleiterkrankungen, Medikamente oder Beschwerden – kann davon abweichende Untersuchungen und Abstände erfordern.

Situation Empfehlung
Kinder mit erhöhtem Risiko Erste Untersuchung zwischen dem 6. und 12. Lebensmonat, wenn Schielen oder starke Fehlsichtigkeit in der Familie vorkommen oder das Kind zu früh geboren wurde. Bei kindlichem Grauen oder Grünen Star in der Familie schon in der ersten Lebenswoche
Alle Kinder Augenärztliche Untersuchung zwischen dem 30. und 42. Lebensmonat (2½ bis 3½ Jahre); bei unauffälligem Befund erneut vor der Einschulung
Kurzsichtigkeit ab 3 Dioptrien Regelmäßige Untersuchung der Netzhautperipherie in jedem Alter, um Löcher und Ablösungen früh zu erkennen
Unter 40 Jahren mit Glaukom-Risikofaktoren Glaukom-Screening alle 5 Jahre bei einem Risikofaktor, alle 2–3 Jahre bei zwei, jährlich ab drei Risikofaktoren
40 bis 59 Jahre Glaukom-Screening alle 5 Jahre; mit einem Risikofaktor alle 2–3 Jahre, mit zwei oder mehr jährlich. Ab 40 empfiehlt der BVA außerdem einen Augen-Check für Verkehrsteilnehmer
Ab 55 Jahren Erste Untersuchung der Makula (AMD-Screening). Danach je nach Befund: nach 10 Jahren ohne AMD, nach 5 Jahren bei früher AMD, jährlich bei intermediärer AMD
Ab 60 Jahren Glaukom-Screening alle 2–3 Jahre; mit einem oder mehr Risikofaktoren jährlich
Erhöhter Augendruck oder Pseudoexfoliation Mindestens jährlich, da beides das Glaukom-Risiko deutlich erhöht
Diabetes ohne Netzhautveränderungen Bei Typ-2-Diabetes erste Untersuchung direkt bei Diagnose, danach jährlich. Alle zwei Jahre genügen nur, wenn Hausarzt oder Diabetologe ein geringes Risiko bestätigen
Diabetes mit Netzhautveränderungen Kontrollabstände legt der Augenarzt nach Stadium und Verlauf fest – in der Regel enger als jährlich

Risikofaktoren für den Grünen Star laut Leitlinie: Glaukom bei Eltern oder Geschwistern, Kurzsichtigkeit ab 4 Dioptrien, dunkle Hautfarbe oder lateinamerikanische Herkunft, grenzwertig erhöhter Augendruck (22–25 mmHg), ein auffälliger oder seitenungleicher Sehnervenkopf sowie eine längere Kortisontherapie am Auge oder im Körper.

Grundlage: Leitlinien der DOG und des BVA zu Risikofaktoren des Offenwinkelglaukoms (2024), zu Risikofaktoren und Prävention der AMD (2026), zur augenärztlichen Basisdiagnostik bei Kindern und zur Amblyopie, die Nationale VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes (2023) sowie die BVA-Empfehlungen „Wann zum Augenarzt“. Individuelle Empfehlungen können von diesen allgemeinen Angaben abweichen. Bei plötzlicher Sehverschlechterung, Lichtblitzen, Rußregen oder einem Schatten gilt kein Intervall – dann bitte sofort.

In der Praxis

So läuft eine Vorsorge ab

Die meisten Messungen sind berührungslos. Je nach Fragestellung weiten wir die Pupille – dann sollten Sie danach nicht selbst Auto fahren. Planen Sie dafür etwas Zeit ein.

Schemazeichnung Ablauf der Vorsorge: Augenschnitt mit den Untersuchungsschritten Augeninnendruck, Sehschärfe, Spaltlampe sowie Netzhaut und Sehnerv
Abb. 7Was wir an welcher Stelle untersuchen
  1. 01 GesprächBeschwerden, Medikamente, Familie, Diabetes, Voroperationen
  2. 02 SehschärfeFerne, Nähe und die aktuelle Brille als Ausgangspunkt
  3. 03 AugeninnendruckBerührungslos, bei Bedarf ergänzt durch die Hornhautdicke
  4. 04 SpaltlampeLid, Tränenfilm, Hornhaut, Vorderkammer und Linse
  5. 05 Netzhaut und SehnervFundus, bei Bedarf OCT, Gesichtsfeld oder erweiterte Peripherie
  6. 06 BesprechungBefund, Fotos, nächster Abstand – und ob eine Therapie nötig ist
Unsere Diagnostik im Überblick

Kostenübernahme: In der privaten Krankenversicherung werden Vorsorgen in der Regel erstattet. In der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es für Erwachsene ohne Krankheitszeichen keinen Leistungsanspruch auf augenärztliche Vorsorge. Die Untersuchung rechnen wir dann als IGeL-Leistung ab – überschaubar und vorab erklärt. Besteht bereits ein Befund oder eine medizinische Indikation, gelten die Regeln der Krankenversicherung.

Kontakt

So erreichen Sie uns

Vereinbaren Sie Ihren Termin telefonisch oder per E-Mail. Wir freuen uns darauf, Sie in unserer Praxis am Tegernsee zu begrüßen.

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Augenarztpraxis Dr. Bräuning
Seestraße 17
83700 Rottach-Egern

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