Lexikon für häufige Begriffe aus der Augenheilkunde

Häufige Augenerkrankungen, Sehstörungen, Untersuchungen und Behandlungen – kurz und verständlich erklärt. Die Suche durchsucht ausschließlich die Texte dieses Lexikons und stellt keine Diagnose.

Dieses Lexikon erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es erklärt eine Auswahl häufiger Begriffe und beschreibt diese bewusst verkürzt – nicht jede Erkrankung, jede Verlaufsform oder jede Behandlungsmöglichkeit wird hier erfasst.

Begriff Erklärung
Add-On-LinseZusatzlinse Zusätzliche Kunstlinse, die vor eine bereits eingesetzte Kunstlinse gelegt wird. Damit lässt sich eine verbliebene Fehlsichtigkeit ausgleichen oder nachträglich ein Sehen in mehreren Entfernungen ermöglichen. Die erste Kunstlinse bleibt dabei im Auge. Mehr erfahren →
AderhautChoroidea Stark durchblutete Gewebeschicht zwischen Netzhaut und Lederhaut. Sie versorgt die äußeren Netzhautschichten mit Sauerstoff und Nährstoffen und gehört zusammen mit Regenbogenhaut und Ziliarkörper zur mittleren Augenhaut (Uvea).
AderhautmelanomAugentumor Häufigster bösartiger Tumor, der bei Erwachsenen im Augeninneren selbst entsteht, ausgehend von den Pigmentzellen der Aderhaut. Er tritt meist zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr auf. Oft wird er zufällig bei einer Routineuntersuchung entdeckt, später können Schatten oder Sehstörungen auftreten. Häufig lässt er sich mit einer gezielten Bestrahlung unter Erhalt des Auges behandeln; weil er streuen kann, vor allem in die Leber, sind lebenslange Nachkontrollen wichtig.
Altersbedingte MakuladegenerationAMD Erkrankung der Netzhautmitte (Makula) im höheren Lebensalter. Das zentrale Sehen wird unscharf oder verzerrt, Lesen und Gesichtererkennen fallen schwer; das äußere Gesichtsfeld bleibt erhalten. Die häufigere trockene Form schreitet meist über Jahre fort, kann im Spätstadium (geographische Atrophie) aber ebenfalls zu schwerem Sehverlust führen. Die feuchte (neovaskuläre) Form entwickelt sich meist aus Vorstufen mit Ablagerungen unter der Netzhaut (Drusen): Krankhafte Blutgefäße wachsen unter die Netzhaut, und das Sehen kann sich innerhalb von Tagen bis Wochen deutlich verschlechtern. Sie lässt sich mit Injektionen ins Auge (IVOM) behandeln, daher sollte ein plötzlich verzerrtes Bild rasch abgeklärt werden. Rauchen ist der wichtigste vermeidbare Risikofaktor.
AmblyopieSchwachsichtigkeit Im Kindesalter entstandene Sehschwäche eines Auges, weil das Gehirn das Sehen mit diesem Auge nicht richtig erlernt hat. Ursache sind meist Schielen, eine unterschiedlich starke oder beidseits hohe Fehlsichtigkeit, seltener Sehhindernisse wie ein angeborener Grauer Star oder ein hängendes Lid. Behandelt wird mit Brille und zeitweisem Abkleben des besseren Auges. Das gelingt nur im Kindesalter – beginnt die Behandlung vor dem 4. Geburtstag, wird meist die volle Sehschärfe erreicht.
Amsler-GitterSelbsttest für die Makula Kariertes Gitter mit einem Punkt in der Mitte, mit dem sich die Netzhautmitte selbst prüfen lässt. Jedes Auge wird einzeln, mit Lesebrille und in etwa 30 cm Abstand getestet, während man auf den Mittelpunkt schaut. Erscheinen Linien plötzlich wellig, verzerrt oder fehlen Felder, kann das auf eine Makulaerkrankung hinweisen und sollte zeitnah augenärztlich abgeklärt werden.
Anti-VEGF-MedikamenteMedikamente gegen Gefäßwachstum Medikamente, die den Botenstoff VEGF hemmen. VEGF fördert das Wachstum krankhafter, undichter Blutgefäße im Auge. Die Medikamente werden ins Auge gespritzt (IVOM) und vor allem bei feuchter AMD, diabetischem Makulaödem und Netzhautvenenverschlüssen eingesetzt. Meist sind wiederholte Injektionen über längere Zeit nötig. Mehr erfahren →
AREDS2-PräparateNahrungsergänzung bei AMD Nahrungsergänzung mit Vitamin C und E, Zink, Kupfer sowie den Pflanzenfarbstoffen Lutein und Zeaxanthin, deren Zusammensetzung in großen Studien geprüft wurde. Bei mittelschwerer (intermediärer) AMD senkt sie das Risiko für ein Spätstadium um etwa ein Viertel; empfohlen wird sie auch, wenn erst ein Auge eine späte AMD hat, um das zweite zu schützen. Ohne AMD oder im Frühstadium ist ein Nutzen nicht belegt; eine Behandlung der feuchten AMD ersetzt sie nicht.
Arteriitis temporalisRiesenzellarteriitis Entzündung großer und mittelgroßer Arterien, vor allem der Kopfarterien wie der Schläfenarterie, fast nur nach dem 50. Lebensjahr. Typisch sind Schläfenkopfschmerz, Schmerzen beim Kauen und Abgeschlagenheit; am Auge droht plötzliche Erblindung, manchmal angekündigt durch kurzzeitiges Schwarzwerden vor einem Auge. Bei Verdacht handelt es sich um einen Notfall: Ohne sofortige hochdosierte Kortisonbehandlung kann innerhalb von Tagen auch das zweite Auge erblinden, und verlorene Sehkraft kehrt meist nicht zurück.
AstigmatismusHornhautverkrümmung Meist ist die Hornhaut, seltener die Linse ungleichmäßig gewölbt, sodass Licht nicht in einem Punkt gebündelt wird. Bilder erscheinen in allen Entfernungen verzerrt oder unscharf. Ausgeglichen wird sie mit speziellen Brillengläsern (Zylindergläsern) oder Kontaktlinsen.
AugenmigräneMigräne mit Aura Vorübergehende Sehstörung durch eine Migräneaura im Gehirn, oft als flimmernder Zickzackrand, der sich über 5 bis 10 Minuten langsam ausbreitet und meist innerhalb einer Stunde vollständig verschwindet. Sie ist mit beiden Augen zu sehen, auch wenn ein Auge geschlossen wird. Danach kann ein Kopfschmerz folgen, muss es aber nicht. Beim ersten Auftreten sollte eine augenärztliche und gegebenenfalls neurologische Abklärung erfolgen; betrifft eine Sehstörung nur ein Auge, muss sie zeitnah untersucht werden.
BindehautentzündungKonjunktivitis Entzündung der Bindehaut durch Viren, Bakterien, Allergien oder Reizstoffe. Typisch sind gerötete, tränende oder verklebte Augen, Juckreiz und Fremdkörpergefühl. Virale Formen sind in den ersten beiden Wochen sehr ansteckend; Händewaschen und eigene Handtücher schützen andere. Die akute Form klingt meist innerhalb von zwei Wochen ab.
BiometrieVermessung des Auges Meist berührungsfreie Vermessung des Auges mit Licht, unter anderem von Augenlänge, Hornhautkrümmung und Vorderkammertiefe; bei sehr dichtem Grauem Star wird ersatzweise mit Ultraschall gemessen. Aus diesen Werten wird vor einer Grauer-Star-Operation oder einem Linsentausch die passende Stärke der Kunstlinse berechnet. Mehr erfahren →
BlepharitisLidrandentzündung Chronische Entzündung der Lidränder, oft verbunden mit verstopften Talgdrüsen. Die Lider sind gerötet, verkrustet und jucken; häufig treten zusätzlich trockene Augen auf. Wichtigste Behandlung ist eine dauerhafte tägliche Lidrandpflege mit warmen Kompressen und Reinigung der Lidkanten; damit lassen sich die Beschwerden meist gut lindern, aber selten ganz beseitigen.
ChalazionHagelkorn Schmerzloser, derber Knoten im Augenlid durch eine verstopfte Talgdrüse (Meibom-Drüse) mit chronischer Entzündung. Er entsteht langsam und kann über Wochen bis Monate bestehen bleiben. Oft bildet er sich von selbst zurück; bleibt er bestehen, kann er in einem kleinen Eingriff entfernt werden.
Chorioretinopathia centralis serosaRetinopathia centralis serosa Flüssigkeitsansammlung unter der Netzhautmitte, meist bei Männern zwischen 30 und 50 Jahren und begünstigt durch Stress oder Kortison. Typisch sind ein grauer Fleck, Verzerrungen und kleiner erscheinende Bilder. Oft bildet sie sich innerhalb einiger Monate von selbst zurück, sie kann aber wiederkehren oder chronisch werden.
Choroidale NeovaskularisationCNV Krankhafte neue Blutgefäße, die aus der Aderhaut unter oder in die Netzhaut wachsen. Sie sind die Ursache der feuchten AMD, kommen aber auch bei starker Kurzsichtigkeit oder nach Entzündungen vor. Austretende Flüssigkeit oder Blut führen zu verzerrtem und unscharfem Sehen. Behandelt wird mit Injektionen ins Auge (IVOM). Mehr erfahren →
CrosslinkingHornhautvernetzung Behandlung, bei der die Hornhaut mit Vitamin-B2-Tropfen (Riboflavin) getränkt und mit UV-A-Licht bestrahlt wird. Dadurch vernetzen sich die Fasern der Hornhaut und sie wird fester. Crosslinking bremst oder stoppt das Fortschreiten eines Keratokonus, gleicht die Fehlsichtigkeit aber nicht aus.
DermatochalasisSchlupflid Erschlaffte, überschüssige Oberlidhaut, die sich mit dem Alter über die Lidfalte legt. Neben dem müden Aussehen kann das Gesichtsfeld nach oben eingeschränkt sein. Stört die Haut beim Sehen, kann sie mit einer Lidstraffung entfernt werden.
Diabetische RetinopathieNetzhautschaden bei Diabetes Schädigung der Netzhautgefäße durch langjährig erhöhten Blutzucker. Anfangs bestehen oft keine Beschwerden, später drohen Blutungen, Schwellungen der Makula und Sehverlust. Eine gute Einstellung von Blutzucker und Blutdruck bremst die Erkrankung. Diabetiker sollten auch ohne Beschwerden mindestens einmal jährlich den Augenhintergrund untersuchen lassen; bei Bedarf wird mit Laser oder Injektionen ins Auge behandelt.
Dioptriedpt Maßeinheit für die Brechkraft von Linsen und Brillengläsern. Minuswerte gleichen Kurzsichtigkeit aus, Pluswerte Weitsichtigkeit. Je höher der Betrag, desto stärker die Fehlsichtigkeit.
DrusenAblagerungen unter der Netzhaut Kleine gelbliche Ablagerungen unter der Netzhaut. Einzelne kleine Drusen sind im Alter häufig und meist harmlos. Mittelgroße und große Drusen in der Makula sind dagegen ein Kennzeichen der frühen oder mittelschweren AMD und sollten regelmäßig kontrolliert werden.
EDOF-LinseKunstlinse mit erweitertem Schärfebereich Kunstlinse mit erweitertem Schärfebereich (Extended Depth of Focus). Sie ermöglicht scharfes Sehen von der Ferne bis in mittlere Entfernungen, etwa am Computer. Für kleine Schrift wird oft noch eine Lesebrille benötigt; Lichthöfe in der Nacht treten seltener auf als bei Multifokallinsen. Mehr erfahren →
Endokrine OrbitopathieAugenbeteiligung bei Morbus Basedow Autoimmune Entzündung des Gewebes in der Augenhöhle, meist bei Morbus Basedow (Schilddrüsenerkrankung). Typisch sind ein starrer Blick durch zurückgezogene Oberlider und hervortretende, gerötete und trockene Augen; Doppelbilder sind möglich. Frauen zwischen 30 und 50 Jahren sind am häufigsten betroffen, Rauchen gilt als wichtiger Risikofaktor. Lässt das Sehen nach oder wirken Farben blasser, kann der Sehnerv gedrückt werden – das muss rasch abgeklärt werden.
EndophthalmitisInfektion des Augeninneren Seltene, schwere Infektion des Augeninneren, etwa nach einer Operation, einer Injektion ins Auge oder einer Verletzung. Warnzeichen sind in den Tagen danach zunehmende Schmerzen, Rötung und eine deutliche Sehverschlechterung. Es handelt sich um einen Notfall, der sofort augenärztlich behandelt werden muss.
EngwinkelglaukomWinkelblockglaukom Glaukomform, bei der der Kammerwinkel so eng ist, dass der Abfluss des Kammerwassers behindert oder plötzlich blockiert wird. Dann droht ein akuter Glaukomanfall mit starken Schmerzen, rotem Auge, plötzlich verschwommenem Sehen, farbigen Ringen um Lichter sowie Übelkeit und Erbrechen – ein Notfall, der wegen der Übelkeit manchmal mit einer Magen-Darm-Erkrankung verwechselt wird. Gefährdet sind vor allem ältere, weitsichtige Menschen. Vorbeugend kann eine kleine Laseröffnung in der Regenbogenhaut (Iridotomie) oder eine Linsenoperation den Winkel öffnen.
Entropium und EktropiumLidfehlstellung Beim Entropium ist der Lidrand nach innen gekippt, sodass Wimpern auf der Hornhaut scheuern. Beim Ektropium hängt das Unterlid nach außen, das Auge tränt und trocknet aus. Beide Fehlstellungen treten meist im Alter auf. Unbehandelt kann die Hornhaut Schaden nehmen; dauerhaft hilft meist eine kleine Lidoperation.
Epiretinale GlioseMacular Pucker Feines Häutchen auf der Netzhautoberfläche, das sich zusammenzieht und die Makula in Falten legt. Manche Betroffene bemerken verzerrtes Sehen, gerade Linien erscheinen wellig; oft bleibt das Häutchen aber unbemerkt. Meist bleibt der Befund stabil; nur bei störenden Beschwerden wird das Häutchen operativ entfernt.
Episkleritis und SkleritisLederhautentzündung Entzündung der oberflächlichen (Episkleritis) oder der tiefen Schicht der Lederhaut (Skleritis). Die Episkleritis zeigt eine meist umschriebene, wenig schmerzhafte Rötung, ist in der Regel harmlos und heilt von selbst ab, kann aber wiederkehren. Die Skleritis ist sehr schmerzhaft, kann das Auge schädigen und ist häufig mit rheumatischen oder anderen Autoimmunerkrankungen verbunden; sie wird meist über Monate mit entzündungshemmenden Medikamenten behandelt, oft gemeinsam mit Rheumatologen.
ExcimerlaserLaser zur Hornhautformung Laser mit ultraviolettem Licht, der hauchdünne Schichten der Hornhaut sehr genau abträgt. So wird die Hornhaut neu geformt und eine Fehlsichtigkeit ausgeglichen. Er wird bei der LASIK und der (Trans-)PRK eingesetzt.
FarbsehschwächeRot-Grün-Schwäche Meist angeborene Störung des Farbensehens, die überwiegend Männer betrifft. Am häufigsten werden Rot- und Grüntöne schlechter unterschieden. Im Alltag schränkt sie selten ein; für manche Berufe ist ein Farbsehtest vorgeschrieben.
FehlsichtigkeitRefraktionsfehler Oberbegriff dafür, dass das Licht nicht genau auf der Netzhaut gebündelt wird. Dazu gehören Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung. Ausgeglichen wird sie mit Brille oder Kontaktlinsen, in geeigneten Fällen auch durch Augenlasern oder Linsenoperationen. Mehr erfahren →
FemtosekundenlaserLaser für präzise Schnitte Laser mit extrem kurzen Lichtimpulsen, der sehr präzise Schnitte im Gewebe ermöglicht. Er wird beim Augenlasern zum Schneiden der Hornhautlamelle (Femto-LASIK) oder des Gewebescheibchens (SMILE) eingesetzt, teils auch bei der Grauer-Star-Operation.
FluoreszenzangiografieFarbstoffuntersuchung der Netzhaut Untersuchung der Netzhautgefäße, bei der ein gelber Farbstoff in eine Armvene gespritzt und eine Bildserie des Augenhintergrunds aufgenommen wird. Sie zeigt undichte oder verschlossene Gefäße und krankhafte Gefäßneubildungen. Haut und Urin können sich danach vorübergehend gelblich färben; allergische Reaktionen sind selten. Bitte teilen Sie vorher mit, ob Sie schwanger sind, eine Nierenerkrankung haben oder schon einmal auf den Farbstoff reagiert haben. Mehr erfahren →
Fuchs-EndotheldystrophieHornhauterkrankung Häufig erblich bedingte Erkrankung der innersten Hornhautschicht (Endothel), deren Pumpfunktion nachlässt; Frauen sind häufiger betroffen, meist ab dem 40. bis 50. Lebensjahr. Die Hornhaut quillt auf; typisch ist morgens verschwommenes Sehen, das sich im Tagesverlauf bessert. In fortgeschrittenen Fällen kann die erkrankte Zellschicht durch ein dünnes Spenderhäutchen ersetzt werden (DMEK).
FunduskopieAugenspiegelung Betrachtung des Augenhintergrunds mit Netzhaut, Sehnerv und Blutgefäßen mit Licht und Lupe, für eine vollständige Beurteilung meist nach Pupillenerweiterung. Sie ist eine der wichtigsten Untersuchungen in der Augenheilkunde, etwa bei Diabetes, Glaukom und Netzhauterkrankungen. Mehr erfahren →
Geographische AtrophieSpätform der trockenen AMD Fortgeschrittenes Stadium der trockenen altersbedingten Makuladegeneration, bei dem Sinneszellen und das darunterliegende Pigmentepithel der Makula flächig zugrunde gehen. Es entstehen scharf begrenzte, landkartenartige Areale, in denen das Sehen ausfällt – beim Lesen fehlen einzelne Buchstaben oder Wortteile. Oft bleibt der Punkt des schärfsten Sehens anfangs ausgespart. Die Areale wachsen meist langsam, aber stetig und unterschiedlich schnell. Verlorene Sehkraft lässt sich nicht zurückgewinnen; Nichtrauchen, gesunde Ernährung und vergrößernde Sehhilfen helfen. Regelmäßige Kontrollen mit OCT sind wichtig.
GerstenkornHordeolum Akute, schmerzhafte bakterielle Entzündung einer Drüse des Augenlids, am Lidrand oder im Lidinneren. Es bildet sich eine gerötete Schwellung, oft mit gelblichem Eiterpunkt. Meist heilt es mit Wärme und antibiotischen Tropfen oder Salbe rasch ab; schwillt das ganze Lid an, sollte man umgehend zum Arzt.
GlaskörperCorpus vitreum Klares, gelartiges Gewebe, das den Raum zwischen Linse und Netzhaut ausfüllt und dem Auge seine Form gibt. Mit dem Alter verflüssigt er sich und kann sich von der Netzhaut abheben; dabei entstehen oft Schwebeteilchen.
Glaskörperabhebunghintere Glaskörperabhebung Mit dem Alter verflüssigt sich der Glaskörper und löst sich von der Netzhaut. Dabei treten plötzlich Schwebeteilchen oder Lichtblitze auf. Meist harmlos, sollte aber zeitnah untersucht werden, um ein Netzhautloch auszuschließen. Ein plötzlicher „Rußregen“ vieler kleiner Punkte oder ein Schatten bzw. Vorhang im Gesichtsfeld ist ein Notfall und muss noch am selben Tag untersucht werden.
GlaskörpertrübungenMouches volantes Kleine Punkte, Fäden oder Schlieren, die vor allem vor hellem Hintergrund durch das Blickfeld schweben. Sie entstehen durch Verdichtungen im Glaskörper, kommen bei Kurzsichtigen häufiger vor und sind meist harmlos. Treten sie plötzlich vermehrt auf, ist eine augenärztliche Kontrolle nötig.
GlaukomGrüner Star Fortschreitende Schädigung des Sehnervs, häufig in Verbindung mit erhöhtem Augeninnendruck. Gesichtsfeldausfälle bleiben lange unbemerkt und sind nicht umkehrbar. Deshalb ist die Früherkennung besonders wichtig, vor allem ab 40, bei Glaukom in der Familie oder starker Kurzsichtigkeit. Behandelt wird meist mit drucksenkenden Augentropfen, die dauerhaft genommen werden müssen, gegebenenfalls auch mit Laser oder Operation. Seltener ist ein akuter Glaukomanfall mit starken Augen- und Kopfschmerzen, rotem Auge, Sehverschlechterung und Übelkeit – ein Notfall.
Glaukom-OperationenOperationen bei Grünem Star Operationen, die einen neuen oder verbesserten Abfluss für das Kammerwasser schaffen, wenn Tropfen und Laser den Augendruck nicht ausreichend senken. Dazu gehören die Trabekulektomie, Drainage-Implantate und schonendere minimalinvasive Verfahren (MIGS), die teils auch früher oder ergänzend zu Tropfen eingesetzt werden. Ziel ist, weiteren Schaden am Sehnerv zu verhindern; bereits verlorene Sehkraft kehrt nicht zurück. Nach dem Eingriff sind engmaschige Kontrollen wichtig.
GonioskopieUntersuchung des Kammerwinkels Untersuchung des Kammerwinkels, über den das Kammerwasser abfließt. Nach Betäubungstropfen wird ein kleines Kontaktglas auf das Auge gesetzt. So lässt sich erkennen, ob der Winkel offen oder eng ist – wichtig für die Einordnung eines Glaukoms.
Grauer StarKatarakt Trübung der Augenlinse, meist altersbedingt. Das Sehen wird zunehmend verschwommen, blendempfindlich und farbblasser. Wirksam behandeln lässt er sich nur durch eine Operation, bei der die getrübte Linse durch eine Kunstlinse ersetzt wird.
HalosLichthöfe Lichthöfe oder Ringe um Lichtquellen, vor allem nachts. Sie können bei Grauem Star, einer Hornhautschwellung, nach Augenlasern oder mit Multifokallinsen auftreten. Plötzlich auftretende farbige Ringe zusammen mit Augenschmerzen, rotem Auge, Sehverschlechterung oder Übelkeit können auf einen Glaukomanfall hinweisen und sind ein Notfall.
Herpes zoster ophthalmicusGürtelrose am Auge Reaktivierung des Windpockenvirus im Versorgungsgebiet des Augenasts des Trigeminusnervs. Es treten schmerzhafte Bläschen auf einer Gesichtsseite an Stirn, Oberlid und Nase auf, das Auge selbst kann sich mit entzünden; Bläschen an der Nasenspitze sind ein Warnzeichen dafür. Eine rasche ärztliche Untersuchung ist wichtig, denn antivirale Medikamente wirken am besten in den ersten drei Tagen. Ab 60 Jahren wird eine vorbeugende Impfung empfohlen.
HornhauterosionHornhautverletzung Oberflächlicher Defekt der Hornhaut, etwa durch einen Fingernagel, einen Ast oder einen Fremdkörper. Typisch sind starke Schmerzen, Tränen, Lichtscheu und Fremdkörpergefühl. Meist heilt sie innerhalb eines Tages ab; wegen der Infektionsgefahr wird sie mit antibiotischer Salbe behandelt. Die Beschwerden können auch nach dem Abheilen wiederkehren, typischerweise morgens beim Öffnen der Augen.
HornhauttopographieVermessung der Hornhautoberfläche Berührungsfreie Vermessung der Hornhautoberfläche, die als farbige Landkarte dargestellt wird. Sie zeigt Hornhautverkrümmungen und frühe Zeichen eines Keratokonus und ist vor Augenlasern sowie für die Linsenplanung wichtig. Mehr erfahren →
HyperopieWeitsichtigkeit Das Auge ist im Verhältnis zu kurz, Licht wird erst hinter der Netzhaut gebündelt. Junge Menschen gleichen eine leichte Weitsichtigkeit oft unbemerkt mit der Anpassungsfähigkeit der Linse aus, was vor allem beim Lesen zu Kopfschmerzen und schneller Ermüdung führen kann. Mit zunehmendem Alter oder bei stärkerer Weitsichtigkeit wird zuerst in der Nähe, später auch in der Ferne unscharf gesehen. Bei Kindern kann eine nicht ausgeglichene Weitsichtigkeit zu Schielen und Schwachsichtigkeit führen; sie wird mit einer Brille ausgeglichen.
Hypertensive RetinopathieNetzhautschaden bei Bluthochdruck Veränderungen der Netzhautgefäße durch dauerhaft erhöhten Blutdruck. Sie verursacht meist lange keine Beschwerden, zeigt aber den Zustand der Gefäße im ganzen Körper. Bei einer Blutdruckkrise kann es zu plötzlichen Sehstörungen kommen. Behandelt wird vor allem der Bluthochdruck selbst; unbehandelt steigt auch das Risiko für Gefäßverschlüsse im Auge.
HyposphagmaBindehautblutung Flächige, hellrote Einblutung unter der Bindehaut, oft nach Husten, Pressen oder Reiben. Sie sieht dramatisch aus, ist aber in der Regel harmlos und schmerzfrei. Die Blutung verschwindet meist von selbst innerhalb von ein bis zwei Wochen. Treten solche Blutungen wiederholt auf, sollten der Blutdruck und gegebenenfalls blutverdünnende Medikamente überprüft werden.
IntraokularlinseKunstlinse Künstliche Linse, die bei einer Grauer-Star-Operation oder einem Linsentausch die eigene Linse ersetzt und in der Regel lebenslang im Auge bleibt. Es gibt Linsen für eine Entfernung (Monofokallinsen), Linsen mit erweitertem Schärfebereich bis in mittlere Entfernungen (EDOF) und Linsen für Ferne und Nähe (Multifokal- und Trifokallinsen); jede Art gibt es auch mit Ausgleich einer Hornhautverkrümmung (torisch). Mehrstärkenlinsen können das Kontrastsehen etwas verringern. Mehr erfahren →
Intravitreale InjektionIVOM Eingabe eines Medikaments mit einer sehr feinen Nadel in den Glaskörper. Der Eingriff erfolgt unter sterilen Bedingungen in Tropfbetäubung und dauert nur wenige Minuten. Zu Beginn sind meist mehrere Injektionen im Abstand von etwa vier Wochen nötig. Nehmen in den Tagen danach Schmerzen, Rötung oder Sehverschlechterung zu, bitte sofort melden. Mehr erfahren →
Kammerwasser und KammerwinkelFlüssigkeit im vorderen Auge Das Kammerwasser ist eine klare Flüssigkeit, die im Ziliarkörper gebildet wird, Linse und Hornhaut ernährt und den Augendruck bestimmt. Es fließt durch die Pupille in die vordere Augenkammer und über den Kammerwinkel zwischen Hornhaut und Regenbogenhaut ab. Ist dieser Abfluss gestört, steigt der Augendruck.
KeratektasieHornhautvorwölbung Zunehmende Verdünnung und Vorwölbung der Hornhaut, ähnlich wie beim Keratokonus. Sie ist eine seltene Komplikation nach Augenlasern und tritt meist erst ein bis zwei Jahre nach dem Eingriff auf. Gründliche Voruntersuchungen wie Hornhauttopographie und Pachymetrie senken das Risiko, schließen es aber nicht völlig aus; behandelt wird sie wie ein Keratokonus.
KeratitisHornhautentzündung Entzündung der Hornhaut durch Bakterien, Viren, Pilze, Amöben oder Verletzungen; Kontaktlinsenträger sind besonders gefährdet. Typisch sind Schmerzen, Lichtempfindlichkeit, Rötung und Sehverschlechterung, manchmal aber auch nur geringe Beschwerden. Manche Infektionen können die Hornhaut innerhalb weniger Tage durchbrechen, außerdem können Narben zurückbleiben – daher ist eine rasche augenärztliche Untersuchung wichtig.
KeratokonusKegelhornhaut Fortschreitende Verdünnung und kegelförmige Vorwölbung der Hornhaut, meist beginnend im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter. Meist sind beide Augen unterschiedlich stark betroffen. Es kommt zu zunehmender, unregelmäßiger Hornhautverkrümmung mit verzerrtem Sehen, das sich oft mit formstabilen Kontaktlinsen deutlich verbessern lässt. Früh erkannt, lässt sich das Fortschreiten mit einer Hornhautvernetzung (Crosslinking) meist aufhalten.
Kortison-ImplantatMedikamentendepot im Auge Winziges Implantat, das ins Auge gespritzt wird und dort über mehrere Monate Kortison abgibt. Es wird vor allem bei Makulaödem durch Diabetes, Venenverschluss oder Entzündungen eingesetzt. Weil es den Augendruck erhöhen und einen Grauen Star fördern kann, sind Kontrollen nötig. Nehmen in den Tagen nach dem Einbringen Schmerzen, Rötung oder Sehverschlechterung zu, bitte sofort melden. Mehr erfahren →
LaserkoagulationNetzhautlaser Behandlung, bei der mit einem Laser gezielt kleine Narben auf der Netzhaut gesetzt werden. Sie dient zum Abriegeln von Netzhautrissen und, großflächig angewendet (panretinal), zur Rückbildung krankhafter Gefäße bei fortgeschrittener diabetischer Retinopathie oder nach Venenverschlüssen. Nach großflächiger Behandlung können Gesichtsfeld und Dämmerungssehen etwas eingeschränkt sein. Mehr erfahren →
LASIKAugenlasern mit Hornhautlamelle Augenlaserverfahren, bei dem zunächst eine dünne Hornhautlamelle (Flap) geschnitten und aufgeklappt wird; bei der Femto-LASIK geschieht das mit dem Femtosekundenlaser. Darunter formt der Excimerlaser die Hornhaut neu, danach wird die Lamelle zurückgelegt. Die Sehschärfe erholt sich meist schon nach kurzer Zeit; Voraussetzung ist eine ausreichend dicke, gesunde Hornhaut. Häufig sind die Augen danach einige Wochen trockener, Tränenersatztropfen helfen.
LinsentauschCLE/RLE Ersatz der noch klaren eigenen Linse durch eine Kunstlinse, um eine Fehlsichtigkeit oder Alterssichtigkeit auszugleichen. Er kommt meist ab etwa 45 bis 50 Jahren in Frage und erfolgt wie eine Grauer-Star-Operation; ein Grauer Star kann danach nicht mehr entstehen, gelegentlich aber ein Nachstar, der sich mit dem Laser beheben lässt. Bei stark Kurzsichtigen ist das Risiko einer Netzhautablösung etwas erhöht; plötzliche Lichtblitze, viele schwarze Punkte oder ein Schatten müssen daher sofort abgeklärt werden. Mehr erfahren →
MakulaGelber Fleck Kleiner Bereich in der Mitte der Netzhaut, der für scharfes Sehen, Lesen, Farbensehen und das Erkennen von Gesichtern zuständig ist. In ihrem Zentrum liegt die Sehgrube (Fovea), die Stelle des schärfsten Sehens.
MakulaforamenLoch in der Netzhautmitte Kleines Loch durch alle Schichten der Netzhautmitte, meist durch Zug des Glaskörpers, überwiegend bei Frauen über 50. Im Zentrum des Blickfelds entstehen Verzerrungen oder ein dunkler Fleck. Es lässt sich in vielen Fällen operativ verschließen, am besten, solange es noch nicht länger als etwa ein Jahr besteht.
MakulaödemSchwellung der Netzhautmitte Flüssigkeitsansammlung in der Netzhautmitte, etwa bei Diabetes, nach Venenverschlüssen, bei Entzündungen oder nach einer Augenoperation. Das zentrale Sehen wird unscharf und verzerrt. Je nach Ursache wird es mit entzündungshemmenden Augentropfen oder mit Medikamenten-Injektionen ins Auge behandelt; nach einer Grauer-Star-Operation bildet es sich meist innerhalb einiger Monate zurück.
Metallfremdkörper auf der HornhautHornhautfremdkörper Kleiner Metallsplitter, der sich – meist beim Flexen, Schleifen, Bohren oder Hämmern ohne Schutzbrille – in die Hornhautoberfläche einbrennt. Typisch sind Fremdkörpergefühl, Schmerzen, Tränen, Lichtscheu und ein gerötetes Auge. Eisenhaltige Splitter bilden innerhalb weniger Stunden einen Rostring (Rosthof). Der Fremdkörper sollte zeitnah augenärztlich an der Spaltlampe entfernt werden; bitte nicht selbst daran reiben oder manipulieren. Beim Hämmern (Metall auf Metall) kann ein Splitter auch ins Augeninnere eindringen – deshalb nach solchen Unfällen immer sofort untersuchen lassen.
MetamorphopsienVerzerrtsehen Verzerrtes Sehen, bei dem gerade Linien wellig oder geknickt erscheinen. Es ist typisch für Erkrankungen der Makula, etwa feuchte AMD, Makulaödem, epiretinale Gliose oder Makulaforamen. Neu auftretende Verzerrungen sollten zeitnah augenärztlich untersucht werden; zur Selbstkontrolle eignet sich das Amsler-Gitter.
MonofokallinseStandard-Kunstlinse Kunstlinse mit einem Brennpunkt, meist für scharfes Sehen in der Ferne eingestellt. Für das Lesen wird dann in der Regel eine Lesebrille benötigt. Sie bietet eine sehr gute Abbildungsqualität und ist die Standardlinse der gesetzlichen Krankenkassen. Mehr erfahren →
Monovisionunterschiedliche Einstellung beider Augen Ein Auge wird für die Ferne, das andere für die Nähe eingestellt – mit Kunstlinsen, Kontaktlinsen oder Augenlasern. Das Gehirn gewöhnt sich meist daran, das jeweils schärfere Bild zu nutzen. Das räumliche Sehen kann etwas eingeschränkt sein; bei der Mikromonovision ist der Unterschied zwischen beiden Augen deshalb nur gering. Mehr erfahren →
Multifokal- und TrifokallinseKunstlinse für mehrere Entfernungen Kunstlinsen mit mehreren Brennpunkten, die scharfes Sehen in der Ferne, in mittlerer Entfernung und in der Nähe ermöglichen; Trifokallinsen haben drei Brennpunkte. Viele Patienten kommen danach weitgehend ohne Brille aus. Lichthöfe in der Nacht und ein etwas geringeres Kontrastsehen sind möglich; bei bestimmten Augenerkrankungen, etwa der Makula, sind sie nicht geeignet. Mehr erfahren →
MyopieKurzsichtigkeit Das Auge ist im Verhältnis zu lang, Licht wird vor der Netzhaut gebündelt. Ferne Objekte erscheinen unscharf, in der Nähe wird gut gesehen. Kurzsichtigkeit beginnt meist im Schulalter; viel Zeit im Freien und gegebenenfalls spezielle Augentropfen oder Brillengläser können das Fortschreiten bei Kindern bremsen. Kurzsichtige haben ein erhöhtes Risiko für eine Netzhautablösung.
NachstarCataracta secundaria Eintrübung der hinteren Linsenkapsel, in der die Kunstlinse sitzt; sie kann Monate bis Jahre nach einer Grauer-Star-Operation auftreten. Das Sehen wird erneut schleierig oder blendempfindlich. Die Trübung lässt sich ambulant und schmerzfrei mit einem Laser (YAG-Laser) beseitigen.
NetzhautablösungAmotio retinae Die Netzhaut löst sich von ihrer Unterlage, meist ausgehend von einem Netzhautriss. Warnzeichen sind Lichtblitze, plötzlicher „Rußregen“ und ein Schatten oder Vorhang im Gesichtsfeld. Es handelt sich um einen Notfall, der sofort augenärztlich untersucht werden muss und in der Regel operiert wird. Besonders gefährdet sind Kurzsichtige und Menschen nach einer Grauer-Star-Operation oder Augenverletzung.
NetzhautarterienverschlussAugeninfarkt Verschluss einer Netzhautarterie, vergleichbar mit einem Schlaganfall im Auge. Es kommt zu plötzlichem, schmerzlosem Sehverlust eines Auges; ist nur ein Ast verschlossen, fällt ein Teil des Gesichtsfelds aus. Es handelt sich um einen Notfall: Innerhalb der ersten Stunden kann in einer Klinik mit Schlaganfall-Station eine Behandlung möglich sein, daher sofort den Notruf 112 wählen. Wie beim Schlaganfall werden auch Herz und Gefäße untersucht.
NetzhautrissNetzhautloch Einriss der Netzhaut, meist ausgelöst durch eine Glaskörperabhebung. Warnzeichen sind Lichtblitze und plötzlich auftretende Punkte oder „Rußregen“. Aus einem Netzhautriss kann sich eine Netzhautablösung entwickeln, daher ist bei Warnzeichen eine sofortige Untersuchung nötig. Ein frischer Riss wird meist ambulant mit einem Laser abgeriegelt.
NetzhautvenenverschlussThrombose im Auge Verschluss einer Vene der Netzhaut, meist nach dem 50. Lebensjahr und häufig bei Bluthochdruck, Diabetes oder Glaukom. Es kommt zu Blutungen und Schwellungen mit meist plötzlicher, schmerzloser Sehverschlechterung eines Auges; ist nur ein Venenast betroffen, kann sie auch unbemerkt bleiben. Eine Schwellung der Makula lässt sich mit Injektionen ins Auge (IVOM) behandeln. Regelmäßige Kontrollen sind wichtig, weil sich später krankhafte Gefäße und ein erhöhter Augendruck entwickeln können.
NormaldruckglaukomGlaukom ohne erhöhten Augendruck Glaukomform, bei der der Sehnerv geschädigt wird, obwohl der gemessene Augendruck im Normbereich liegt. Als Risikofaktoren gelten unter anderem Durchblutungsstörungen, niedriger Blutdruck und Migräne. Auch hier wird der Augendruck behandelt, um das Fortschreiten zu bremsen.
NystagmusAugenzittern Unwillkürliche, rhythmische Augenbewegungen, angeboren oder erworben. Angeborene Formen gehen oft mit verminderter Sehschärfe einher, erworbene können Schwindel und Scheinbewegungen der Umgebung verursachen. Neu aufgetretenes Augenzittern sollte neurologisch abgeklärt werden.
OCTOptische Kohärenztomografie Berührungsfreie Untersuchung mit Licht, die in wenigen Sekunden hochauflösende Schnittbilder von Netzhaut und Sehnerv erstellt – ohne Strahlenbelastung. Sie zeigt kleinste Veränderungen, etwa Flüssigkeit bei feuchter AMD oder diabetischem Makulaödem und Schäden der Nervenfasern beim Glaukom. Mehr erfahren →
OCT-AngiografieGefäßdarstellung ohne Farbstoff Weiterentwicklung der OCT, die die Blutgefäße der Netzhaut und am Sehnerv, eingeschränkt auch der Aderhaut, ohne Farbstoffspritze darstellt. Sie hilft, krankhafte Gefäßneubildungen und Durchblutungsstörungen zu erkennen. Mehr erfahren →
Offenwinkelglaukomhäufigste Glaukomform Häufigste Form des Grünen Stars. Der Kammerwinkel ist offen, der Abfluss des Kammerwassers im Abflussgewebe aber vermindert. Der Augendruck ist oft, aber nicht immer erhöht. Die Erkrankung schreitet schleichend und schmerzlos fort, weshalb Früherkennung besonders wichtig ist – vor allem ab 40, bei Glaukom in der Familie oder Kurzsichtigkeit.
Okuläre Hypertensionerhöhter Augendruck Erhöhter Augeninnendruck ohne nachweisbare Schädigung des Sehnervs. Das Risiko, ein Glaukom zu entwickeln, ist erhöht, besonders bei dünner Hornhaut; deshalb wird meist auch die Hornhautdicke gemessen. Zudem sind regelmäßige Kontrollen wichtig; bei hohem Risiko wird der Druck vorbeugend gesenkt.
OptikusneuritisSehnerventzündung Entzündung des Sehnervs, häufig bei jüngeren Erwachsenen, vor allem Frauen, und teils erstes Zeichen einer Multiplen Sklerose. Typisch sind eine Sehverschlechterung über Stunden bis Tage, blassere Farben und Schmerzen bei Augenbewegungen. Das Sehen erholt sich meist innerhalb von Wochen bis Monaten weitgehend; eine frühe Kortisonbehandlung kann die Erholung beschleunigen. Eine zeitnahe augenärztliche und neurologische Abklärung ist wichtig.
PachymetrieMessung der Hornhautdicke Messung der Hornhautdicke. Sie hilft, den gemessenen Augendruck richtig einzuordnen, denn bei dünner Hornhaut wird der Druck eher zu niedrig, bei dicker Hornhaut eher zu hoch gemessen. Vor Augenlasern zeigt sie, ob genug Hornhautgewebe vorhanden ist. Mehr erfahren →
PapilleSehnervenkopf Austrittsstelle des Sehnervs aus dem Auge, die bei der Augenspiegelung als heller, runder Fleck sichtbar ist. Bei einem Glaukom geht am Rand Nervengewebe verloren und die zentrale Mulde (Exkavation) wird größer; ihre Beurteilung ist daher für die Früherkennung wichtig.
PerimetrieGesichtsfeldmessung Untersuchung, die prüft, welche Bereiche des Gesichtsfelds wahrgenommen werden. Dabei wird ein Punkt in der Mitte fixiert und per Knopfdruck angezeigt, wann an verschiedenen Stellen des Gesichtsfelds unterschiedlich helle Lichtpunkte aufleuchten. Sie ist wichtig bei Glaukom sowie bei Erkrankungen von Sehnerv und Gehirn. Mehr erfahren →
Phake LinseICL Kunstlinse, die zusätzlich zur eigenen Linse ins Auge eingesetzt wird. Sie kommt vor allem bei hoher Kurzsichtigkeit oder zu dünner Hornhaut in Frage, wenn Augenlasern nicht möglich ist. Die eigene Linse und damit die Naheinstellung bleiben erhalten. Voraussetzung sind unter anderem ein Alter ab 18 Jahren, genug Platz im vorderen Auge und eine gesunde Hornhaut-Innenschicht. Mehr erfahren →
PhakoemulsifikationTechnik der Grauer-Star-Operation Standardtechnik der Grauer-Star-Operation: Über einen kleinen Schnitt wird die getrübte Linse mit Ultraschall zerkleinert und abgesaugt. Anschließend wird die Kunstlinse in die erhaltene Linsenkapsel eingesetzt. Zunehmende Schmerzen, Rötung oder Sehverschlechterung in den ersten Tagen danach sind ein Notfall – dann bitte sofort melden. Mehr erfahren →
PingueculaLidspaltenfleck Gelbliche, leicht erhabene Verdickung der Bindehaut neben der Hornhaut, begünstigt durch UV-Licht. Sie ist in aller Regel harmlos und muss nicht behandelt werden, kann sich aber gelegentlich entzünden.
PresbyopieAlterssichtigkeit Natürlicher Elastizitätsverlust der Augenlinse, meist spürbar ab dem 40. bis 45. Lebensjahr. Das Scharfstellen in der Nähe fällt zunehmend schwer, der Leseabstand wird größer. Ausgeglichen wird sie mit einer Lese- oder Gleitsichtbrille oder mit Mehrstärken-Kontaktlinsen.
PRK und Trans-PRKOberflächen-Augenlasern Augenlaserverfahren an der Hornhautoberfläche ohne Schnitt einer Lamelle. Bei der Trans-PRK trägt der Laser auch die oberste Zellschicht berührungsfrei ab. Danach bestehen einige Tage Schmerzen oder Fremdkörpergefühl, die Sehschärfe erholt sich langsamer als bei der LASIK; geeignet ist das Verfahren auch bei dünnerer Hornhaut.
PterygiumFlügelfell Dreieckige Bindegewebswucherung der Bindehaut, die auf die Hornhaut übergreift. Begünstigt wird sie durch UV-Licht, Wind und Staub. Sie wächst langsam über Jahre; wächst sie in Richtung Pupille oder stört sie das Sehen, wird sie operativ entfernt, kann aber wiederkommen.
PtosisHängendes Oberlid Das Oberlid hängt herab und kann im Extremfall die Pupille verdecken. Ursache ist meist eine altersbedingte Lockerung der Sehnenplatte des Lidhebers; seltener ist die Ptosis angeboren oder durch Nerven- oder Muskelerkrankungen bedingt. Behandelt wird meist mit einer Lidoperation. Bei Kindern muss ein hängendes Lid früh kontrolliert werden, weil es zu Schwachsichtigkeit führen kann. Ein plötzlich hängendes Lid, besonders mit Doppelbildern oder ungleichen Pupillen, muss sofort abgeklärt werden.
PupillenerweiterungMydriasis Tropfen erweitern die Pupille, damit Netzhaut und Sehnerv vollständig untersucht werden können. Danach sind Blendung und unscharfes Nahsehen für einige Stunden normal. Bis die Wirkung nachlässt, sollten Sie nicht selbst Auto fahren. Bei engem Kammerwinkel kann die Erweiterung selten einen Glaukomanfall auslösen – starke Augen- oder Kopfschmerzen, ein rotes Auge, Übelkeit oder farbige Ringe um Lichter sind dann ein Notfall. Mehr erfahren →
RefraktionBestimmung der Brillenwerte Bestimmung der Fehlsichtigkeit und der passenden Brillenwerte, zunächst mit einem Messgerät und anschließend mit Probiergläsern. Bei Kindern werden dafür oft Tropfen gegeben, die die Naheinstellung vorübergehend ausschalten, damit eine Weitsichtigkeit nicht übersehen wird. Mehr erfahren →
Refraktive ChirurgieOperationen gegen Fehlsichtigkeit Oberbegriff für Eingriffe, die eine Fehlsichtigkeit dauerhaft ausgleichen sollen. Dazu gehören Augenlaserverfahren wie LASIK, Trans-PRK und SMILE sowie Linsenoperationen wie die phake Linse und der Linsentausch. Welches Verfahren geeignet ist, hängt von Fehlsichtigkeit, Alter und Hornhaut ab. Voraussetzung sind ein Alter ab 18 Jahren und Brillenwerte, die sich seit längerer Zeit nicht mehr verändert haben. Mehr erfahren →
Retinitis pigmentosaerbliche Netzhautdegeneration Gruppe erblicher Netzhauterkrankungen, bei denen die Sinneszellen langsam absterben. Erste Zeichen sind Nachtblindheit und ein zunehmend eingeengtes Gesichtsfeld (Tunnelblick), meist schon in Kindheit oder Jugend; die zentrale Sehschärfe bleibt oft lange erhalten. Eine Heilung gibt es bisher nicht, für eine seltene Erbform steht eine Gentherapie zur Verfügung.
SchielenStrabismus Die Blickachsen beider Augen sind nicht parallel ausgerichtet. Bei Kindern kann daraus eine Schwachsichtigkeit entstehen. Je früher die Behandlung mit Brille, Abkleben des besseren Auges und gegebenenfalls einer Operation beginnt, desto besser. Tritt Schielen erst im Erwachsenenalter neu auf, kommt es meist zu Doppelbildern; dann ist eine rasche Abklärung nötig.
SehschärfeVisus Maß dafür, wie gut feine Details erkannt werden. Sie wird mit Buchstaben, Zahlen oder Zeichen in abnehmender Größe geprüft, ohne und mit Brille. Eine Sehschärfe von 1,0 (100 Prozent) gilt als gute Sehschärfe; Augengesunde erreichen oft sogar deutlich mehr.
SekundärglaukomGlaukom als Folge anderer Ursachen Glaukom, das als Folge einer anderen Ursache entsteht, etwa durch Ablagerungen im Auge (Pseudoexfoliation), ausgeschwemmte Pigmentteilchen, Kortisonbehandlung, Entzündungen oder krankhafte Gefäße bei Diabetes und Venenverschlüssen. Behandelt werden die Ursache und der Augendruck.
SLTSelektive Lasertrabekuloplastik Laserbehandlung des Abflussgewebes im Kammerwinkel, die den Abfluss des Kammerwassers verbessert und den Augendruck senkt. Sie dauert wenige Minuten, erfolgt in Tropfbetäubung und kann Augentropfen ergänzen oder ersetzen. Nicht bei allen Patienten sinkt der Druck ausreichend, und die Wirkung lässt mit der Zeit nach, oft schon nach ein bis zwei Jahren; die Behandlung kann grundsätzlich wiederholt werden. Mehr erfahren →
SMILEAugenlasern ohne Lamelle Augenlaserverfahren, bei dem der Femtosekundenlaser ein kleines Gewebescheibchen in der Hornhaut formt, das über einen kleinen Schnitt entfernt wird. Es entsteht keine Hornhautlamelle. Das Verfahren wird vor allem bei Kurzsichtigkeit eingesetzt.
TonometrieAugendruckmessung Messung des Augeninnendrucks, entweder berührungsfrei per Luftstoß oder nach Betäubungstropfen mit einem kleinen Messkörper. Normal sind etwa 10 bis 21 mmHg. Ein normaler Wert allein schließt ein Glaukom nicht aus, daher werden auch Sehnerv und Gesichtsfeld beurteilt. Mehr erfahren →
Torische LinseKunstlinse gegen Hornhautverkrümmung Kunstlinse, die zusätzlich eine Hornhautverkrümmung ausgleicht. Sie muss in einer genau berechneten Ausrichtung eingesetzt werden, denn ab einer Verdrehung um 15 Grad ist ihre Wirkung nahezu aufgehoben. Torische Linsen gibt es als Monofokal-, EDOF- und Multifokallinsen. Mehr erfahren →
TränenfilmSchutzfilm der Augenoberfläche Hauchdünner Flüssigkeitsfilm auf Horn- und Bindehaut aus einer Fett-, einer Wasser- und einer Schleimschicht. Er hält die Augenoberfläche feucht, glatt und geschützt. Ist er gestört, entstehen trockene Augen und das Sehen kann schwanken.
TränenwegsverengungTränenträufeln Verengung oder Verschluss der ableitenden Tränenwege, häufig bei Säuglingen oder im Alter. Die Tränen laufen über die Wange; bei einer Entzündung des Tränensacks kommt es zu einer schmerzhaften, geröteten Schwellung am inneren Lidwinkel und Eiter, die rasch behandelt werden muss. Bei Babys öffnet sich der Tränenkanal meist im ersten Lebensjahr von selbst, unterstützt durch Massage; bei Erwachsenen hilft oft nur eine Operation.
Trockenes AugeSicca-Syndrom Störung des Tränenfilms durch zu wenig oder qualitativ veränderte Tränenflüssigkeit. Typisch sind Brennen, Fremdkörpergefühl, Rötung und paradoxerweise auch Tränen. Es ist häufig, vor allem im Alter, und wird meist mit Tränenersatzmitteln ohne Konservierungsstoffe behandelt.
TropfanästhesieBetäubung mit Augentropfen Örtliche Betäubung mit Augentropfen, etwa bei der Grauer-Star-Operation, bei Laserbehandlungen oder vor Injektionen ins Auge, dort teils ergänzt durch eine kleine Betäubung unter die Bindehaut. Berührungen werden noch gespürt, Schmerzen in der Regel nicht. Eine Narkose ist dafür meist nicht nötig.
UveitisEntzündung der mittleren Augenhaut Entzündung der mittleren Augenhaut (Regenbogenhaut, Ziliarkörper oder Aderhaut), teils im Zusammenhang mit rheumatischen oder Autoimmunerkrankungen oder Infektionen, in etwa einem Viertel der Fälle ohne erkennbare Ursache. Je nach Lage typisch sind Rötung, Schmerzen und Lichtempfindlichkeit oder schmerzlose Schwebeteilchen und Sehverschlechterung. Behandelt wird meist mit kortisonhaltigen und pupillenerweiternden Augentropfen; unbehandelt drohen Grauer und Grüner Star. Kinder mit Rheuma brauchen regelmäßige Kontrollen, weil die Entzündung bei ihnen oft keine Beschwerden macht.
Verätzung des AugesAugennotfall Verletzung durch Säuren oder Laugen, etwa Kalk, Zement oder Reinigungsmittel; Laugen sind besonders gefährlich. Es handelt sich um einen der dringendsten Augennotfälle, der sofortige ärztliche Hilfe erfordert. Erste Hilfe: Das Auge sofort bei geöffneten Lidern mindestens 15 Minuten mit viel klarem Wasser spülen, sichtbare Partikel (z. B. Kalk) vorsichtig entfernen, dabei den Notruf 112 verständigen und möglichst bis zum Eintreffen der Hilfe weiterspülen.
VitrektomieGlaskörperoperation Operation, bei der der Glaskörper mit feinen Instrumenten entfernt wird, etwa bei Netzhautablösung, Glaskörperblutung, Makulaforamen oder epiretinaler Gliose. Am Ende kann das Auge mit Gas oder Silikonöl gefüllt werden; solange Gas im Auge ist, darf nicht geflogen werden. Silikonöl wird meist innerhalb einiger Monate in einer zweiten Operation wieder entfernt. Ein Grauer Star entwickelt sich danach häufig früher.
YAG-LaserLaser für das vordere Auge Laser, mit dem ohne Schnitt im Auge behandelt werden kann. Er öffnet eine getrübte Linsenkapsel beim Nachstar (Kapsulotomie), schafft eine kleine Öffnung in der Regenbogenhaut bei engem Kammerwinkel (Iridotomie) und wird in Einzelfällen auch bei störenden Glaskörpertrübungen eingesetzt (Vitreolyse). Neue Lichtblitze, plötzlich viele schwarze Punkte oder ein Schatten nach der Behandlung bitte sofort abklären lassen. Mehr erfahren →

Die Erklärungen dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine augenärztliche Untersuchung, Beratung oder Behandlung und sind nicht zur Selbstdiagnose geeignet. Ob und wie eine Erkrankung behandelt wird, kann nur im persönlichen Gespräch nach einer Untersuchung beurteilt werden. Bei plötzlicher Sehverschlechterung, Lichtblitzen, einem Schatten im Gesichtsfeld, starken Augenschmerzen oder einer Verletzung des Auges wenden Sie sich bitte umgehend an uns, außerhalb der Sprechzeiten an den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117) oder im Notfall an den Rettungsdienst (112).