Intravitreale Injektion (IVOM) am Tegernsee KI-bearbeitetes Bild

IntravitrealeInjektion (IVOM)

Medikamente direkt in den Glaskörper – die Standardtherapie bei feuchter Makuladegeneration, diabetischem Makulaödem und Venenverschluss. Ambulant, kurz und in der Regel gut verträglich.

Intravitreale Injektion: Eingabe des Medikaments in den Glaskörper
Intravitreale Injektion: Nach Betäubung und Desinfektion wird das Medikament mit einer feinen Nadel in den Glaskörper gegeben – es verteilt sich bis zur Makula, die Flüssigkeit kann zurückgehen.
Netzhauttherapie am Tegernsee und in Bad Tölz

Was ist eine intravitreale Injektion?

Bei der intravitrealen operativen Medikamenteneingabe – kurz IVOM – wird ein Medikament mit einer sehr feinen Nadel direkt in den Glaskörperraum des Auges gegeben. So erreicht der Wirkstoff die Netzhaut in hoher Konzentration. Der Eingriff erfolgt ambulant in Tropfbetäubung und unter sterilen Operationsbedingungen.

Hauptanwendung ist die feuchte Makuladegeneration: Hier wachsen undichte Gefäße unter die Netzhautmitte, Flüssigkeit sammelt sich in der Makula. Anti-VEGF-Medikamente blockieren den Botenstoff, der dieses Gefäßwachstum antreibt. Ziel ist, dass die Flüssigkeit resorbiert wird und die Netzhaut abtrocknet – in vielen Fällen stabilisiert sich die Sehschärfe oder steigt wieder an. Dieselbe Technik wird auch beim diabetischen Makulaödem, beim Makulaödem nach Venenverschluss und bei Gefäßneubildungen durch hohe Kurzsichtigkeit eingesetzt.

Die IVOM ist keine einmalige Behandlung, sondern eine Therapie über längere Zeit: Nach einer Aufsättigung mit meist drei Injektionen im Abstand von vier Wochen richten wir die weiteren Abstände nach dem OCT-Befund – so viele Spritzen wie nötig, so wenige wie möglich. Bei zugelassenen Indikationen ist die IVOM in der Regel eine Leistung der privaten Versicherung und der gesetzlichen Krankenkasse.

Indikationen

Wann ist eine IVOM nötig?

Immer dann, wenn sich Flüssigkeit in der Netzhautmitte sammelt oder krankhafte Gefäße wachsen und das zentrale Sehen bedrohen. Die Entscheidung treffen wir anhand von Sehschärfe, Spaltlampenbefund und OCT – bei der feuchten Makuladegeneration zählt in Einzelfällen jede Woche.

Häufigste Indikation

Feuchte Makuladegeneration

Neue, undichte Gefäße (CNV) unter der Makula lassen Flüssigkeit oder Blut austreten. Gerade Linien wirken krumm, im Zentrum erscheint ein Fleck, die Sehschärfe kann binnen Tagen einbrechen. Anti-VEGF-IVOM ist die Therapie der Wahl – je früher, desto besser die Chance, Sehschärfe zu erhalten oder zurückzugewinnen.

  • Aufsättigung mit drei monatlichen Injektionen
  • Danach weitere Injektionen entsprechend Verlaufskontrolle
  • Mehr zur Erkrankung: Makuladegeneration
Diabetes

Diabetisches Makulaödem

Erhöhter Blutzucker schädigt die feinen Netzhautgefäße; sie werden undicht, die Makula schwillt an. Anti-VEGF-Injektionen – bei Bedarf ergänzt durch Steroid-Implantate oder Laser – können die Schwellung reduzieren und verbessern häufig das Sehen. Parallel ist die gute Einstellung von Blutzucker und Blutdruck entscheidend.

  • Kombination mit Laserbehandlung möglich
Gefäßverschluss

Makulaödem nach Venenverschluss

Ist eine Netzhautvene verschlossen, staut sich das Blut und Flüssigkeit tritt in die Makula aus. Das Sehen verschlechtert sich meist plötzlich auf einem Auge. IVOM mit Anti-VEGF-Präparaten kann das Ödem abklingen lassen; die Sehschärfe erholt sich häufig.

  • Zentral- oder Venenastverschluss
  • Internistische Abklärung von Blutdruck und Gefäßrisiken
Weitere Indikationen

Myope CNV und entzündliche Erkrankungen

Bei hoher Kurzsichtigkeit können eigene Gefäßneubildungen unter der Makula entstehen – sie sprechen häufig schon auf wenige Injektionen an. Bei nicht-infektiösen Entzündungen des hinteren Augenabschnitts (Uveitis) kommt ein Kortison-Implantat mit Dexamethason infrage.

  • Häufig weniger Injektionen nötig
  • Präparat und Schema individuell nach Befund
Behandlung

Ablauf der intravitrealen Injektion

Schritt für Schritt erklärt: Der Eingriff erfolgt ambulant unter sterilen Bedingungen und ist mit Tropfbetäubung in der Regel gut verträglich.

IVOM – intravitreale Medikamenteneingabe

Zahlreiche Netzhauterkrankungen lassen sich durch IVOM behandeln: die feuchte Form der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD), das diabetische Makulaödem, das Makulaödem bei Venenverschlüssen der Netzhaut, choroidale Neovaskularisationen bei hoher Myopie sowie ausgewählte entzündliche Erkrankungen. Für jede Spritze beurteilen wir die Makula und legen das Präparat fest.

  • Ambulant, ohne Klinikaufenthalt
  • Wirkstoff nach Befund: Aflibercept, Ranibizumab, Faricimab u. a.
  • Ziel: trockene Netzhaut und stabile oder bessere Sehschärfe

Betäubung des Auges

Mit betäubenden Tropfen wird das Auge schonend vorbereitet. Eine Spritze zur Betäubung oder eine Vollnarkose ist nicht nötig. Sie bleiben wach, spüren aber in der Regel keinen Schmerz – allenfalls einen kurzen Druck.

  • Tropfanästhesie unmittelbar vor dem Eingriff
  • Pupille bei Bedarf weitgestellt
  • Behandlung meist gut verträglich und kurz

Desinfizieren des Auges

Vor der Injektion wird das Auge sorgfältig desinfiziert, die Umgebung steril abgedeckt. So führen wir die Behandlung unter Operationsbedingungen durch und senken das Infektionsrisiko auf ein sehr niedriges Maß.

  • Desinfektion mit jodhaltiger Lösung
  • Steriles Tuch und Lidsperrer
  • Kurze Ruhe, dann die eigentliche Injektion

Injektion

Das Medikament wird mit einer sehr feinen Nadel gezielt in den Glaskörperraum eingebracht. Der Einstich liegt im weißen Teil des Auges, außerhalb der Sehachse. Die Flüssigkeit in der Netzhaut kann in den folgenden Tagen resorbiert werden; die Sehschärfe steigt oft wieder an oder bleibt stabil.

  • Kein Schnitt, keine Naht
  • Danach oft ein kurzes Fremdkörpergefühl
  • Noch am selben Tag nach Hause

Verlauf und Wiederholung

Typischerweise sind als Anfangsdosis drei Injektionen im Abstand von vier Wochen nötig. Feuchte Makuladegenerationen neigen zum Rezidiv. Je nach OCT-Befund dienen weitere Injektionen dazu, die Sehschärfe zu stabilisieren oder zu verbessern – oft im Treat-and-Extend-Schema mit schrittweise längeren Abständen. Wie stark sich die Sehschärfe erholt, ist individuell verschieden; je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind in der Regel die Aussichten.

  • OCT-Kontrolle vor jeder weiteren Spritze
  • Intervalle so lang wie die Makula trocken bleibt
  • Nicht absetzen, nur weil es „besser geworden ist“
Betäubende Augentropfen

Schritt 2 – Betäubung

Desinfektion des Auges

Schritt 3 – Desinfektion

IVOM-Injektion

Schritt 4 – Injektion

Nach der Injektion

So verläuft die Therapie

  1. Tag der IVOM

    Kurzer ambulanter Eingriff, danach nach Hause. Das Auge nicht reiben, nicht selbst Auto fahren. Gelegentlich kommt es vor, dass das Auge etwas gerötet ist oder eine Bindehautblutung auftritt. Ebenso können Luftbläschen, die mit der Injektion ins Auge gelangen, als wenige schwarze Punkte wahrgenommen werden.

  2. Tage 1–7

    Sofern Schmerzen mit deutlicher Sehverschlechterung eintreten, sofort in der Praxis vorstellen.

  3. Wochen 0, 4, 8

    Aufsättigung: drei Injektionen im monatlichen Abstand, jeweils mit OCT. Ziel ist, die Netzhaut trockenzulegen.

  4. Erhaltung

    Treat-and-Extend: Intervalle werden verlängert, solange die Makula trocken bleibt – Ziel ist Stabilität mit so wenigen Spritzen wie nötig.

Medikamente

Welche Wirkstoffe werden gespritzt?

Im Vordergrund stehen Anti-VEGF-Wirkstoffe: Sie dämpfen das krankhafte Gefäßwachstum, die Flüssigkeit kann abfließen, die Netzhaut kann abtrocknen. Welche Substanz zu Ihnen passt, richten wir nach Befund, Vortherapien und Verträglichkeit aus – bei zugelassenen Indikationen in der Regel eine Leistung der privaten Versicherung und der gesetzlichen Krankenkasse.

Anti-VEGF

Aflibercept

Bindet VEGF-A, VEGF-B und PlGF. Zugelassen bei feuchter AMD, diabetischem Makulaödem und Makulaödem nach Venenverschluss; auch in höherer Dosierung verfügbar.

Anti-VEGF

Ranibizumab

Ein Fragment eines Antikörpers gegen VEGF-A, seit vielen Jahren im Einsatz. Neben dem Originalpräparat gibt es Biosimilars mit demselben Wirkstoff.

Dualer Wirkansatz

Faricimab

Hemmt VEGF-A und Ang-2. Der zweite Angriffspunkt betrifft die Gefäßstabilität.

Anti-VEGF

Brolucizumab

Ein sehr kleines Antikörperfragment gegen VEGF-A. Wegen seltener entzündlicher Reaktionen im Auge kommt es nur nach sorgfältiger Abwägung und Aufklärung infrage.

Anti-VEGF

Bevacizumab

Ursprünglich für die Krebstherapie zugelassen, am Auge heute weltweit verbreitet im Einsatz. Hemmt VEGF.

Entzündliche Erkrankungen

Dexamethason-Implantat

Ein winziges, sich selbst auflösendes Implantat, das über mehrere Monate gleichmäßig Kortison im Auge abgibt. Es wird bei nicht-infektiösen Entzündungen des hinteren Augenabschnitts (Uveitis) eingesetzt, außerdem beim Makulaödem nach Venenverschluss und beim diabetischen Makulaödem. Weil Kortison den Augeninnendruck erhöhen kann, kontrollieren wir ihn nach der Behandlung regelmäßig.

Weitere IVOM-Indikationen

Nicht nur AMD: wann wir ebenfalls spritzen

Dieselbe Technik nutzen wir beim diabetischen Makulaödem, beim Makulaödem nach Venenverschluss, bei CNV durch hohe Myopie und bei ausgewählten entzündlichen Netzhauterkrankungen. Bei entzündlichen Erkrankungen und manchen Ödemen kommt ein Kortison-Implantat mit Dexamethason infrage, bei klassischer feuchter AMD stehen Anti-VEGF-Präparate im Vordergrund. Welches Medikament und welches Intervall zu Ihnen passen, legen wir nach jedem OCT neu fest – Ziel ist eine trockene Makula mit so wenigen Spritzen wie nötig.

Wirkstoff Ziel Hinweis
Aflibercept VEGF-A, VEGF-B, PlGF Höhere Dosierung und Biosimilars verfügbar
Ranibizumab VEGF-A Original und Biosimilars verfügbar
Faricimab VEGF-A und Ang-2 Zwei Angriffspunkte
Brolucizumab VEGF-A Nur nach sorgfältiger Abwägung
Bevacizumab VEGF-A Weltweit verbreitet im Einsatz
Dexamethason Entzündung und Schwellung Implantat mit Wirkung über mehrere Monate

Die Wahl des Präparats erfolgt individuell. Zugelassene Anti-VEGF-IVOM bei feuchter AMD ist in der Regel eine Leistung der privaten Versicherung und der gesetzlichen Krankenkasse. Biosimilars sind dem Originalwirkstoff nachgebaut und unterscheiden sich nur geringfügig von ihm.

Gut informiert in die Therapie

Wichtige Hinweise

Die IVOM gehört zu den häufigsten Eingriffen in der Augenheilkunde und folgt einem standardisierten Ablauf mit niedrigem Komplikationsrisiko. Dennoch handelt es sich um einen operativen Eingriff am Auge: Schwere Komplikationen wie eine Infektion im Augeninneren (Endophthalmitis), eine Netzhautablösung oder ein dauerhafter Druckanstieg sind sehr selten, werden aber vor der ersten Behandlung ausführlich besprochen. Häufiger und harmlos sind ein kurzes Fremdkörpergefühl, eine kleine Bindehautblutung an der Einstichstelle oder ein Schleier durch die Wirkstoffblase.

Melden Sie sich sofort, wenn das Auge nach der Injektion zunehmend schmerzt, stark gerötet ist oder das Sehen deutlich schlechter wird – insbesondere in den ersten Tagen. Am Behandlungstag dürfen Sie nicht selbst Auto fahren; eine Begleitperson ist sinnvoll.

Der Therapieerfolg hängt von der Kontinuität ab: Flüssigkeit in der Makula kehrt oft zurück, auch wenn das Sehen besser geworden ist. Bitte halten Sie die vereinbarten OCT-Kontrollen und Injektionstermine ein. Mehr zur Erkrankung selbst – trockene und feuchte Form, Symptome, Ursachen – lesen Sie auf unserer Seite Makuladegeneration.

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